Aktuelle Projekte (Förderperiode 2014-2020)

Netzwerk Kulturelle Bildung und Sprache

Kreativität erleichtert die soziale Integration und hebt den Bildungsstand! Unter dieser Prämisse führen der Sächsische Musikrat e.V. in Dresden, der Kulturelle Bildungsbetrieb Erzgebirgskreis in Stollberg und die Kunstgrundschule in Litvínov ein grenzüberschreitendes Projekt durch, das das sächsisch-tschechische Erzgebirge und weitere Regionen um ein einzigartiges musikalisch-kulturelles Angebot bereichert.

Die drei Kultur- und Bildungseinrichtungen knüpfen mit ihrem Vorhaben an ein erstes EU-Projekt „Internationales Jazz-Festival Litvínov/Sächsisch Tschechische Jazzwelten 2009-2011“ an. Damals wurden in Litvínov mehrere Festivals und ein Wettbewerb im Bereich Jazz durchgeführt und auf sächsischer Seite Jazz-Workshops für 14-26jährige Nachwuchsmusiker durchgeführt.

Mit dem Start des vorliegenden Projekts im Sommer 2016 hat sich das Spektrum deutlich erweitert. Musik-, Theater- und Tanzbegeisterte unterschiedlicher Nationen, Schularten und Altersklassen können nun aus einem breitgefächerten musikalisch-kulturellen Bildungsangebot wählen: Sommerakademien in Colditz, Wettbewerbe für Chor und Jazz in Bad Elster und Litvínov, Festivals für Jazznachwuchs in Litvínov, der Jazzworkshop „Jazzwelten“ in Hoyerswerda, Kinder-Musiktheater-Märchenfestivals in Stollberg und Litvínov, Tanzworkshops in Litvínov, Austauschkonzerte zwischen den Musikschulen sowie Instrumental- und Orchesterworkshops in Annaberg-Buchholz, Gornsdorf, Thum, Aue, Stollberg, Olbernhau und Litvínov.

Mit dem Projekt sollen über 3.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Grenzregion erreicht werden. Die Ansprache erfolgt über Vereine und Schulen. Ein jeder Teilnehmer nimmt an mindestens drei der o.g. Aktivitäten teil und erhält zum Abschluss ein Zertifikat zum Nachweis seiner neu erworbenen Fertigkeiten. Viele Angebote sollen nach der dreijährigen Projektlaufzeit dauerhaft etabliert werden.

Durch die intensive Beschäftigung mit Musik, Theater und Tanz verbessern die Teilnehmer ihre sozialen, kommunikativen und kreativen Kompetenzen. Neu ist, dass alle Veranstaltungen mit Sprachanimationen kombiniert werden. So finden die Teilnehmer einen direkten Zugang zur Sprache des Nachbarn und treten miteinander in einen interkulturellen Dialog. Langfristig profitieren die Teilnehmer durch diese Vertiefung ihrer Fach- und Methodenkompetenzen auch im Hinblick auf ihre Ausbildungs- und Beschäftigungschancen.

Alle Projektaktivitäten werden filmisch und fotografisch dokumentiert. Sehen Sie hier Ausschnitte aus der tschechisch-deutschen Chorbegegnung CHORWELTEN am 10. Juni 2017 in Bad Elster ( Link ).

Weitere Informationen finden Sie laufend unter www.netzwerkkultur.eu .

Thema

Netzwerk Kulturelle Bildung und Sprache

Fördergelder

davon EFRE 892.903,93 EUR

Förderregion

Dresden, Stollberg, Litvínov

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Adelsschätze - Die Lust des Sammelns in Sachsen und Böhmen

Mit dem im Dezember 2015 durch den Begleitausschuss bestätigten EU-Projekt können Schloss Weesenstein und Schloss Dĕčín ihre schon über ein Jahrzehnt währende erfolgreiche Partnerschaft fortsetzen. Mit dem ersten EU-Projekt „Adel ohne Grenzen – die Herren von Bünau in Sachsen und Böhmen“ besannen wir uns auf die gemeinsame Geschichte der beiden Schlösser. Die Bünaus hatten – wie viele andere meißnische Adelsgeschlechter im 16. Jahrhundert auch – Besitzungen im benachbarten Nordböhmen, die sie nach der geschichtsträchtigen Schlacht am Weißen Berg 1620 aufgeben mussten. Zwischenzeitlich widmeten wir uns auch thematisch der Entstehung der sächsisch-böhmischen Grenze anlässlich des Vertrages von Eger 1459 und den Schicksalen der Schlösser in Sachsen und Böhmen. Das neue Projekt "Adelsschätze“ möchte insbesondere die Frage beleuchten, wie mit den Sammlungen des Adels in den Schlössern, die in Böhmen viel reichhaltiger waren und sind, in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche umgegangen wurde bzw. welche Modifikationen und Strategien zu deren Präsentation und Erhaltung beigetragen haben. Auch der heutige Umgang mit den Sammlungen soll herausgearbeitet werden. Während in Sachsen große Teile der Sammlungen während der sogenannten Schlossbergung nach dem Zweiten Weltkrieg in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden konzentriert wurden, sind die Sammlungen in den böhmischen Schlössern oft komplett erhalten, teilweise sogar inklusive der Schlösser restituiert bzw. werden sie an ihre ursprünglichen Orte zurückgeführt – dank der nach dem Krieg sorgfältig geführten „Schwarzen Bücher“ lassen sich die Kunstgüter in den Depots genau bestimmen und den Schlössern wieder zuordnen.

Das Projekt „Adelsschätze“ beinhaltet mehrere Sonderausstellungen in Weesenstein und Dĕčín, eine wissenschaftliche Tagung, Publikationen und Veranstaltungen. So zeigen wir Ausstellungen zum Thema „Sammeln“, z.B. 2017 die Sammlung des letzten wettinischen Besitzers von Weesenstein Prinz Johann Georg von Sachsen, der eine noch existierende Sammlung orientalischer Kunst zusammengetragen hat. Die Kollegen in Dĕčín möchten unter anderem ein Speisezimmer und die Bibliothek der Grafen von Thun wieder einrichten, nachdem das Schloss über Jahrzehnte durch militärische Nutzung seines Inhaltes beraubt wurde und seit 2005 wieder als Schlossmuseum eingerichtet wird.

Kleinere Winter-Ausstellungen widmen sich dem Festkreis des Jahres in beiden Ländern und dem Brauchtum. Damit wollen wir zum besseren gegenseitigen Kennenlernen beitragen. Wer weiß schon, wann und warum in Tschechien heute Feiertage begangen werden und welche Bräuche zu Ostern oder anderen Anlässen gepflegt werden. Alle Texte in den Ausstellungen sind mindestens zweisprachig und damit auch für die Bewohner der jeweils anderen Region attraktiv. Ergänzende Vorträge im Rahmen unseres „Geschichtenfrühstückes“ behandeln interessante Themen der sächsischen oder böhmischen Geschichte. Darüber hinaus soll mit Sprachkursen für Mitarbeiter auch der Gästeservice, d.h. die direkte Ansprache der Gäste weiter verbessert werden. Der fachliche Austausch sowie öffentliche Exkursionen in Sachsen und Böhmen vervollständigen das Rahmenprogramm.

Wir freuen uns, der interessierten Öffentlichkeit durch ein vielfältiges Angebot unseren südlichen Nachbarn, dessen reizvolle Schlösserlandschaft und die reiche Kultur Tschechiens nahebringen und die Wurzeln der gemeinsamen kulturellen Identität Sachsens und Tschechiens zeigen zu können. Informationen finden Sie laufend unter www.schloss-weesenstein.de

Thema

Adelsschätze - Die Lust des Sammelns in Sachsen und Böhmen

Fördergelder

davon EFRE 1.376.912,91 EUR

Förderregion

Weesenstein und Děčín

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