Aktuelle Projekte (Förderperiode 2014-2020)

Adelsschätze - Die Lust des Sammelns in Sachsen und Böhmen

Mit dem im Dezember 2015 durch den Begleitausschuss bestätigten EU-Projekt können Schloss Weesenstein und Schloss Dĕčín ihre schon über ein Jahrzehnt währende erfolgreiche Partnerschaft fortsetzen. Mit dem ersten EU-Projekt „Adel ohne Grenzen – die Herren von Bünau in Sachsen und Böhmen“ besannen wir uns auf die gemeinsame Geschichte der beiden Schlösser. Die Bünaus hatten – wie viele andere meißnische Adelsgeschlechter im 16. Jahrhundert auch – Besitzungen im benachbarten Nordböhmen, die sie nach der geschichtsträchtigen Schlacht am Weißen Berg 1620 aufgeben mussten. Zwischenzeitlich widmeten wir uns auch thematisch der Entstehung der sächsisch-böhmischen Grenze anlässlich des Vertrages von Eger 1459 und den Schicksalen der Schlösser in Sachsen und Böhmen. Das neue Projekt "Adelsschätze“ möchte insbesondere die Frage beleuchten, wie mit den Sammlungen des Adels in den Schlössern, die in Böhmen viel reichhaltiger waren und sind, in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche umgegangen wurde bzw. welche Modifikationen und Strategien zu deren Präsentation und Erhaltung beigetragen haben. Auch der heutige Umgang mit den Sammlungen soll herausgearbeitet werden. Während in Sachsen große Teile der Sammlungen während der sogenannten Schlossbergung nach dem Zweiten Weltkrieg in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden konzentriert wurden, sind die Sammlungen in den böhmischen Schlössern oft komplett erhalten, teilweise sogar inklusive der Schlösser restituiert bzw. werden sie an ihre ursprünglichen Orte zurückgeführt – dank der nach dem Krieg sorgfältig geführten „Schwarzen Bücher“ lassen sich die Kunstgüter in den Depots genau bestimmen und den Schlössern wieder zuordnen.

Das Projekt „Adelsschätze“ beinhaltet mehrere Sonderausstellungen in Weesenstein und Dĕčín, eine wissenschaftliche Tagung, Publikationen und Veranstaltungen. So zeigen wir Ausstellungen zum Thema „Sammeln“, z.B. 2017 die Sammlung des letzten wettinischen Besitzers von Weesenstein Prinz Johann Georg von Sachsen, der eine noch existierende Sammlung orientalischer Kunst zusammengetragen hat. Die Kollegen in Dĕčín möchten unter anderem ein Speisezimmer und die Bibliothek der Grafen von Thun wieder einrichten, nachdem das Schloss über Jahrzehnte durch militärische Nutzung seines Inhaltes beraubt wurde und seit 2005 wieder als Schlossmuseum eingerichtet wird.

Kleinere Winter-Ausstellungen widmen sich dem Festkreis des Jahres in beiden Ländern und dem Brauchtum. Damit wollen wir zum besseren gegenseitigen Kennenlernen beitragen. Wer weiß schon, wann und warum in Tschechien heute Feiertage begangen werden und welche Bräuche zu Ostern oder anderen Anlässen gepflegt werden. Alle Texte in den Ausstellungen sind mindestens zweisprachig und damit auch für die Bewohner der jeweils anderen Region attraktiv. Ergänzende Vorträge im Rahmen unseres „Geschichtenfrühstückes“ behandeln interessante Themen der sächsischen oder böhmischen Geschichte. Darüber hinaus soll mit Sprachkursen für Mitarbeiter auch der Gästeservice, d.h. die direkte Ansprache der Gäste weiter verbessert werden. Der fachliche Austausch sowie öffentliche Exkursionen in Sachsen und Böhmen vervollständigen das Rahmenprogramm.

Wir freuen uns, der interessierten Öffentlichkeit durch ein vielfältiges Angebot unseren südlichen Nachbarn, dessen reizvolle Schlösserlandschaft und die reiche Kultur Tschechiens nahebringen und die Wurzeln der gemeinsamen kulturellen Identität Sachsens und Tschechiens zeigen zu können. Informationen finden Sie laufend unter www.schloss-weesenstein.de

Thema

Adelsschätze - Die Lust des Sammelns in Sachsen und Böhmen

Fördergelder

davon EFRE 1.376.912,91 EUR

Förderregion

Weesenstein und Děčín

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