ArchaeoMontan 2018

 

Projekt beendet

EFRE-Zuschuss:

4.655.403,66 EUR

Kooperationspartner und Kontaktpersonen:

Inhalt:

  • Kurz nach dem Hochwasserereignis von 2002 wurden in Dippoldiswalde im Osterzgebirge unterirdische Hohlräume entdeckt, die sich als Relikte des Altbergbaus herausstellten. Das ist im Erzgebirge mit seiner langen Bergbautradition an sich nichts Ungewöhnliches. Hier jedoch gelangte man nach der ersten Begutachtung durch das Landesamt für Archäologie in Dresden (LfA) und das Sächsische Oberbergamt in Freiberg (OBA) zu der Feststellung, dass es sich dabei um gut erhaltene Bergwerke aus dem 12./13. Jh. handelt.
  • Das erfolgreich abgeschlossene Ziel 3-Projekt hat neben zahlreichen neuen Erkenntnissen und Entdeckungen viele neue Fragen aufgeworfen. Diese betreffen insbesondere die Entwicklung von Herrschafts- und Siedlungsstrukturen, die Erforschung mittelalterlicher Aufbereitungs- und Produktionsanlagen, die Untersuchung von montanrechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen und die Erkundung der Intensität des Bergbaus und der damit einhergehenden Umweltveränderungen. Diesen Fragen widmen sich die insgesamt 9 Projektpartner aus Sachsen und Böhmen durch intensive und vorbildliche Zusammenarbeit im laufenden Projekt „ArchaeoMontan 2018“.
  • Die Forschungen sind breit aufgestellt, komplex und vielfältig sowie in Hinblick auf ihre Interdisziplinarität einmalig. Gleichzeitig wird eine stärkere räumliche Fokussierung auf die gewählten Referenzgebiete gelegt. Das Team aus Montanarchäologen, Historikern, Museologen, Geologen, Mineralogen, Restauratoren, Ingenieuren, Geoinformatikern und Verwaltungsfachleuten unter der vorbildlichen Leitung von Dr. Christiane Hemker trägt wichtige montanarchäologische und -historische Informationen und Relikte aus der Frühzeit des Bergbaus zusammen, die sowohl die grenzübergreifenden Gemeinsamkeiten als auch die Gegensätze mit einem hohen Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit herausstellen.
  • Als in Bad Schlema die städtische Hauptabwasserleitung in die Tiefe abzurutschen drohte, wurde ein riesiges, über 500 Jahre altes Wasserrad entdeckt. Solche Wasserräder wurden als Förderanlagen in Bergwerken installiert, wie es bereits der Begründer der Bergbaukunde Georgius Agricola 1556 im Detail beschrieben hat. Wieder ein europaweit einmaliger Fund, der vom ArchaeoMontan-Team untersucht wird.

Veranstaltungen:

  • Das Zieljahr des Projektes 2018 war das 800-jährige Jubiläum der Bergstadt Dippoldiswalde. Zu diesen Anlass und zum krönenden Abschluss des Projektes wurde im Schloss Dippoldiswalde am 23. August 2018 eine Dauerausstellung zum mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge eröffnet.

Webseiten:

http://www.archaeomontan.eu (Projektaktivitäten, Forschungsergebnisse, Bilder und Filme)

Die Bergbaulandschaft von Dippoldiswalde ist UNESCO-Weltkulturerbe

Video:

ArchaeoMontan 2018